WHO: Frauensterblichkeit wird übersehen, Fokus zu eng auf Geburt
Eine neue Analyse der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Europa zeigt, dass Gesundheitssysteme sich auf geburtsbedingte Todesfälle konzentrieren, wodurch die Mehrheit weiblicher Sterblichkeit übersehen wird.

Eine neue Analyse der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Europa unterstreicht, dass die Mehrheit der Todesfälle von Frauen in der Region nicht mit der Geburt zusammenhängt, obwohl die Gesundheitssysteme weiterhin primär auf die Erfassung und Prävention von Müttersterblichkeit fokussieren.
Laut der Analyse starben zwischen 2018 und 2022 in der Europäischen Region über 3.500 Frauen an mütterlichen Ursachen. Diese Todesfälle waren fast alle vermeidbar, obwohl 98 % der Geburten in Gesundheitseinrichtungen stattfinden und 99 % von qualifiziertem Personal begleitet werden.
Der Bericht weist darauf hin, dass die Fortschritte bei der Reduzierung der Müttersterblichkeit ins Stocken geraten sind. Die WHO legt nahe, dass der derzeitige Ansatz, der Geburtskomplikationen überbetont, viele andere Gesundheitsrisiken und Todesursachen, die Frauen betreffen, außer Acht lässt. Dies kann dazu führen, dass eine erhebliche Anzahl von Todesfällen bei Frauen nicht erfasst wird oder ihre zugrunde liegenden Ursachen nicht ausreichend identifiziert werden.
Die WHO fordert ihre Mitgliedstaaten auf, die Überwachung und Analyse von Todesfällen bei Frauen neu zu bewerten. Ziel ist es sicherzustellen, dass alle Todesfälle von Frauen, unabhängig von der Ursache, korrekt identifiziert, erfasst und untersucht werden. Dies würde dazu beitragen, effektivere Gesundheitsstrategien zu entwickeln und Ressourcen besser zuzuweisen, um die Frauengesundheit breiter zu fördern.