Frau nach systematischem Betrug mit Warenretouren zu Haftstrafe verurteilt
Ein Gericht in Shanghai hat eine Frau wegen des Austauschs von Luxus-Kosmetika gegen Fälschungen im Rahmen von Retouren zu mehr als zehn Jahren Haft verurteilt.

Das Bezirksgericht Jing'an in Shanghai hat eine Frau zu einer Freiheitsstrafe von zehn Jahren und neun Monaten verurteilt, weil sie systematisch die Rückgaberegelungen von Online-Händlern für betrügerische Zwecke genutzt hat. Die Täterin hatte im großen Stil originale Luxus-Hautpflegeprodukte bestellt und bei der Rücksendung gegen billige Fälschungen ausgetauscht.
Um die automatisierten Schutzmechanismen der Handelsplattformen zu umgehen, nutzte die Frau insgesamt neun verschiedene Telefonnummern. Zudem erwarb sie technisches Equipment, um die gefälschten Produkte neu zu versiegeln und als ungeöffnete Originalware auszugeben. Die durch den Tausch erlangten echten Produkte verkaufte sie anschließend über andere Plattformen weiter. Der Gesamtschaden wird auf über eine Million Yuan geschätzt.
Der Betrug flog auf, nachdem ein Kosmetikunternehmen Unregelmäßigkeiten bei der Echtheitsprüfung der zurückgesandten Ware festgestellt hatte. Bei einer polizeilichen Durchsuchung der Wohnung der Frau wurden neben den Fälschungen auch detaillierte Buchhaltungstabellen und die zur Umverpackung genutzten Werkzeuge sichergestellt.
Neben der Haftstrafe wurde eine Geldstrafe in Höhe von 100.000 Yuan verhängt. Die Staatsanwaltschaft betonte, dass die Ausnutzung von Kulanzregelungen wie dem Rückgaberecht zur Begehung von Straftaten die Grenze der legalen Rechtsausübung überschreitet und strafrechtlich verfolgt wird.