Mitarbeiterengagement sinkt dramatisch – Identitätskrise statt Burnout
Ein neuer Bericht zeigt einen drastischen Rückgang des Mitarbeiterengagements. Das Problem liegt in einem Verlust von Identität und Arbeitsbezug, nicht in der Arbeitslast.

Das Mitarbeiterengagement ist laut einem Bericht von DHR Global dramatisch gesunken, von 88 % im Jahr 2025 auf 64 % im Jahr 2026. Dieser starke Rückgang, der fast ein Viertel der zuvor engagierten Mitarbeiter betrifft, wird auf eine Krise zurückgeführt, die in der Identität der Mitarbeiter bei der Arbeit wurzelt und über traditionelle Burnout-Faktoren hinausgeht.
Der Trend signalisiert einen tieferen Rückzug als das "Quiet Quitting", bei dem Mitarbeiter nur das Nötigste tun. Das moderne Desengagement beinhaltet, dass Mitarbeiter mental abschalten und Kreativität, Initiative sowie ein Gefühl der persönlichen Verbindung zu ihren Rollen zurückhalten. Unternehmen, die versuchen, dies mit Anreizen und Vergünstigungen zu lösen, verfehlen das Kernproblem, da es nicht um Anstrengung, sondern um einen verlorenen Selbstwert geht.
Die Forschung legt nahe, dass der Aufstieg von KI und sich verändernde Berufsrollen zu diesem Phänomen beitragen. Da KI Routineaufgaben automatisiert, hinterfragen Mitarbeiter ihren einzigartigen Wert und ihre Identität innerhalb des Unternehmens. Dieses Desengagement ist bei Mitarbeitern und Angestellten am stärksten ausgeprägt, während Führungskräfte weniger Auswirkungen berichten, was möglicherweise dazu führt, dass das Problem nicht richtig erkannt wird.
Die Bewältigung dieses Problems erfordert eine Verlagerung von der Konzentration auf Anstrengung hin zur Förderung von Identität und Verbindung. Die Arbeitsplatzgestaltung sollte menschliches Urteilsvermögen, Kreativität und Beziehungsfähigkeiten nutzen, während KI Routineaufgaben übernimmt. Die Schaffung psychologischer Sicherheit, in der Mitarbeiter Burnout ohne Angst äußern können, ist entscheidend. Der Aufbau echter Verbindungen durch integrierte Arbeitsprozesse, nicht nur durch separate Aktivitäten, ist der Schlüssel.
Organisationen, die es versäumen, sich an diese identitätszentrierte Krise anzupassen, riskieren weitere Rückgänge des Engagements. Führungskräfte, die die wahre Identität der Mitarbeiter anerkennen und in ihre Arbeit integrieren, werden wahrscheinlich Umgebungen schaffen, in denen sich die Mitarbeiter gesehen und wertgeschätzt fühlen, was letztendlich zu nachhaltigem Engagement und Leistung führt.