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Arbeitswelt vernachlässigt ältere Frauen

Arbeitsplatzstrukturen und Karrierepfade werden oft so konzipiert, dass sie die Spannung zwischen Kinderbetreuung und Karriere als primäre Herausforderung für Frauen ansehen. Dies ignoriert die Realitäten der Altenpflege, körperlicher Veränderungen und neuer Karrierewege im späteren Berufsleben.

15. Juli 2026
Arbeitswelt vernachlässigt ältere Frauen

Viele Arbeitsplätze bauen ihre Karrierepfade und Unterstützungssysteme auf der Annahme auf, dass die primäre berufliche Herausforderung für Frauen im Spannungsfeld zwischen Kinderbetreuung und Karriereambitionen liegt. Diese Sichtweise lässt jedoch die Realitäten unberücksichtigt, mit denen Frauen im mittleren und späteren Berufsleben konfrontiert sind.

Studien von McKinsey und LeanIn zeigen, dass für jede neu beförderte weibliche Führungskraft zwei weibliche Führungskräfte das Unternehmen verlassen. Dieses Problem betrifft nicht nur Mütter, sondern auch Frauen, die sich um pflegebedürftige Eltern oder andere Familienmitglieder kümmern mussten, oft auf Kosten ihrer eigenen Karriereentwicklung.

Die Strukturen der Arbeitswelt müssen sich weiterentwickeln, um die Tatsache anzuerkennen, dass Betreuungsaufgaben weit über die Kindheit hinausgehen können. Dazu gehören flexible Arbeitsmodelle, umfassende Urlaubsregelungen und strukturierte Wiedereinstiegsprogramme, die Mitarbeiter durch ihre unterschiedlichen Lebensphasen unterstützen, einschließlich der Pflege älterer Eltern oder Partner.

Darüber hinaus können physiologische Veränderungen wie die Menopause die Leistungsfähigkeit und Karriereentwicklung beeinträchtigen. Gepaart mit einer altersbedingten Voreingenommenheit, bei der ähnliche Alterserscheinungen je nach Geschlecht unterschiedlich wahrgenommen werden, tragen diese Faktoren dazu bei, dass Frauen den Arbeitsmarkt vorzeitig verlassen. Unternehmen müssen diese systemischen Probleme durch Design- und Politikreformen angehen, um eine faire und langfristige Karriereentwicklung für alle Mitarbeiter zu gewährleisten.

Originalquelle: fastcompany.com