Staats-Stablecoin aus Wyoming fordert Kartendatennetzwerke heraus
Wyomings Frontier Stable Token (FRNT) tritt als Herausforderer für die Dominanz von Visa und Mastercard im digitalen Handel auf. Vergleichbare Modelle werden international geprüft, was einen breiteren Trend zu staatlich gestützten digitalen Währungen signalisiert.

Wyomings Frontier Stable Token (FRNT) stellt eine bemerkenswerte Herausforderung für die etablierte Dominanz von Visa und Mastercard im digitalen Handel dar. Als erster von einem Bundesstaat ausgegebener, vollständig gedeckter Doller-Token in den USA zielt FRNT darauf ab, die Gebühren für lokale Unternehmen zu senken und mehr Vermögen innerhalb des Staates zu halten.
Der Token wird durch Bargeld und kurzfristige Staatsanleihen gedeckt, ist mit 102% überbesichert und läuft über mehrere Blockchains. Pilotprojekte haben gezeigt, dass er die Zahlungen an Auftragnehmer von etwa 45 Tagen auf wenige Sekunden beschleunigen kann. Wyoming beabsichtigt, die Transaktionskosten, die bei Kreditkarten bis zu 5% betragen können, auf einen Bruchteil eines Cents zu reduzieren.
Wyomings Modell erregt auch international Aufmerksamkeit. Vertreter des Bundesstaates haben FRNT mit rund einem Dutzend anderer US-Bundesstaaten und politischen Entscheidungsträgern in Ländern wie Japan und Südkorea diskutiert. Sowohl Japan als auch Singapur entwickeln aktiv regulatorische Rahmenbedingungen für Stablecoins und pilotieren tokenisierte Zentralbankgelder.
Diese asiatischen Nationen streben danach, ihre Abhängigkeit von US-Zahlungsnetzwerken zu verringern. Japan überarbeitet sein Payment Services Act und etabliert einen Rahmen für Yen-denominierte Stablecoins, wobei große Banken planen, ihre eigenen auszugeben. Singapur hat Pilotprojekte mit tokenisierten Zentralbankpapieren durchgeführt und eine regulatorische Struktur für Stablecoins entwickelt, die an den Singapur-Dollar oder G10-Währungen gebunden sind.
Obwohl erwartet wird, dass Visa und Mastercard bedeutende Akteure bleiben, könnten neue staatliche Token ihren Anteil an bestimmten Zahlungsströmen allmählich verringern. Wenn institutionelle Zahlungen und öffentliche Ausgaben erfolgreich über günstigere, schnellere alternative Schienen abgewickelt werden können, wird die Verhandlungsmacht der Kartennetzwerke geschwächt. Dies könnte auf lange Sicht zu vorteilhafteren Zahlungslösungen auch für Händler führen.