YouTube zählt Aufrufe ab erster Sekunde und verschärft Monetarisierungsregeln
YouTube wird Videoaufrufe ab dem Moment der Wiedergabe zählen und passt seine Regeln für die Monetarisierung weiter an. Die Schwellenwerte für das Partnerprogramm werden 2027 deutlich erhöht.

Ab dem 24. August 2026 wird YouTube einen Aufruf eines Videos ab dem ersten Bild der Wiedergabe zählen. Diese Änderung betrifft sowohl Langform-Videos als auch Live-Streams und Shorts und gleicht die Zählweise der Plattform mit der von Konkurrenten wie TikTok und Instagram an.
Dies wird dazu führen, dass die öffentlichen Aufrufzahlen schneller steigen. Zuvor wurde allgemein angenommen, dass ein Aufruf mindestens 30 Sekunden Wiedergabezeit erforderte, obwohl YouTube nie eine offizielle Schwelle nannte. Das Unternehmen begründet die Änderung mit dem Wunsch nach Konsistenz über alle Formate hinweg und auf Anregung von Creatorn, die verwirrende Metriken beenden wollen.
Die bisherige, strengere Messung, die eine Mindest-Wiedergabezeit erforderte, wird als "Engaged Views" (interessierte Aufrufe) in YouTube Analytics im erweiterten Modus beibehalten. Diese detailliertere Metrik wird weiterhin nur für Content-Ersteller zugänglich sein, nicht für die Öffentlichkeit oder Werbetreibende. Die Änderung könnte die Verhandlungsposition von Creatorn gegenüber Marken beeinflussen, da ein kurzer, vorübergehender Aufruf nun genauso gezählt wird wie ein vollständig angesehenes Video.
YouTube gibt an, dass diese Änderung der Aufrufzählung die aktuellen Auszahlungen oder die Berechtigung für das YouTube Partner Program (YPP) nicht beeinflusst, da diese weiterhin auf "qualifizierten" Aufrufen und Wiedergabezeiten basieren. Allerdings werden die Monetarisierungsregeln ab dem 1. Februar 2027 deutlich verschärft. Für Langform-Inhalte verdoppelt sich die erforderliche qualifizierte Wiedergabezeit von 4.000 auf 8.000 Stunden pro Jahr. Für Shorts steigt die Anforderung von 10 Millionen auf 20 Millionen qualifizierte Aufrufe innerhalb eines 90-Tage-Zeitraums.
Content-Ersteller, insbesondere in Märkten wie Indien, wo Unternehmen wie Shemaroo Entertainment und Tips Music Bedenken hinsichtlich der schwachen Monetarisierung von Shorts geäußert haben, könnten eine Diskrepanz zwischen aufgeblähten öffentlichen Aufrufzahlen und tatsächlichen Einnahmen feststellen. Die Erhöhung der öffentlichen Aufrufe bedeutet nicht zwangsläufig eine Steigerung der Einnahmen, da die Monetarisierung weiterhin an tiefere Engagement-Metriken gebunden ist.