Zerodha-Gründer rät zur Prüfung von Aktientipps durch KI-Chatbots
Nach der Sperrung von Konten im Wert von 200 Millionen Rupien durch indische Behörden empfiehlt Zerodha-Chef Nithin Kamath den Einsatz von KI, um dubiose Börsenempfehlungen zu prüfen.
Die indische Behörde Enforcement Directorate (ED) hat Handelskonten in Höhe von rund 200 Millionen Rupien eingefroren, die im Zusammenhang mit einem organisierten „Pump-and-Dump“-Schema über WhatsApp stehen. Dabei wurden Anleger gezielt durch übertriebene Kursversprechen in sozialen Medien zum Kauf bestimmter Aktien bewegt, während die Drahtzieher ihre eigenen Bestände gewinnbringend abstießen.
Nithin Kamath, Gründer der Handelsplattform Zerodha, reagierte darauf mit dem Rat, Finanztipps aus Messenger-Gruppen mittels KI-Modellen wie ChatGPT oder Claude auf ihre Plausibilität zu prüfen. Laut Kamath können diese Tools helfen, typische Merkmale von Betrugsversuchen zu erkennen, wie etwa unnatürlichen Zeitdruck oder unrealistische Gewinnversprechen.
KI-Chatbots können zwar manipulative Sprachmuster identifizieren, bieten jedoch keine Transparenz über die Hintermänner oder die regulatorische Konformität der Tippgeber. Die Börsenaufsicht SEBI reguliert zwar den KI-Einsatz bei Finanzdienstleistern, nutzt jedoch nach eigenen Angaben noch keine KI-Technologie zur aktiven Überwachung irreführender Inhalte in sozialen Medien. Die Ermittlungen zu den eingefrorenen Konten dauern an.