Zombie-Ameisenpilz gedeiht auch in Moosen
Neue DNA-Analysen zeigen, dass der parasitäre Cordyceps-Pilz, der Ameisen kontrolliert, auch in Moosen lebt. Dies deutet auf eine zweite Lebensphase hin, die das Überleben sichert, wenn Insektenwirte knapp sind.

Parasitäre Pilze der Gattung Cordyceps, bekannt für die Verwandlung von Insekten in zombie-ähnliche Wirte, sind von wissenschaftlichem Interesse für das Verständnis von Krankheitsmechanismen. Der Pilz erlangte durch das Videospiel „The Last of Us“ und dessen TV-Adaption kulturelle Bekanntheit.
Eine kürzlich in IMA Fungus veröffentlichte Studie nutzte DNA-Analysen, um denselben Pilz sowohl in infizierten Insekten als auch in umliegenden Moosen nachzuweisen. Dieser Fund deutet darauf hin, dass der Pilz eine zweite Lebensphase hat, in der er in Moosen verweilt.
Forscher vermuten, dass dies eine evolutionäre Anpassung sein könnte, die es dem Pilz ermöglicht, Perioden mit geringer Verfügbarkeit von Insektenwirten zu überstehen. Es könnte auch erklären, warum infizierte Insekten dazu neigen, sich in ihren letzten Momenten in Moose zu verbeißen.
Es gibt über 400 Cordyceps-Pilzarten, die jeweils auf spezifische Insekten wie Ameisen oder Kakerlaken abzielen. Die Sporen haften am Insekt und keimen, breiten sich durch den Körper über fadenförmige Strukturen namens Myzelien aus. Der Pilz manipuliert dann den Wirt, auf eine Pflanze zu klettern und sich festzubeißen, was die Verbreitung der Sporen erleichtert.